Bronzeguss
Bronze
Die Herstellung verschiedenster Gegenstände aus Bronze
gewinnt in unseren Breiten im zweiten Jahrtausend vor Christus
zunehmend an Bedeutung.
Bronze ist eine Legierung, die vornehmlich aus Kupfer und Zinn
besteht. Vorgeschichtliche Bronzen enthalten zusätzlich
in geringen Mengen verschiedene andere Metalle, die teils als
Verunreinigung, teils als gewollte Beimischung in die Bronze
gelangten. Insbesondere sind hier Arsen, Blei, Silber und Zink
zu nennen.

Je nach Zusammensetzung verändern sich Schmelzpunkt, Schmiedbarkeit
und Gußverhalten der Bronzen. So lassen sich Bronzen mit
niedrigen Zinnanteilen (bis 6%) schmiedetechnisch noch kalt
weiterverarbeiten, die Gießbarkeit ist jedoch deutlich
schlechter als bei Bronzen mit höheren Zinnanteilen.
Die Schmelztemperatur dieser Bronzen liegen legierungsabhängig
zwischen 900° und 1000° C und damit niedriger als bei
reinem Kupfer (1083° C)
Gußformen
Für die Vorgeschichte sind verschiedenste Gußformmaterialien
und -techniken nachgewiesen.
Bei dem Wachsauschmelzverfahren werden Wachsmodel mit Lehm ummantelt.
Nach dem Trocknen der Form wird diese erhitzt und das flüssige
Wachs ausgegossen. In den entstandenen Hohlraum kann dann die
Bronze gegossen werden.
Zur Entnahme des Werkstücks muß die Form zerstört
werden.
Ein- und zweischalige Güsse wurden in der Vorgeschichte
in Stein ausgeführt. Neben Speckstein wurden auch feinkörnige
Sandsteine und Schiefer genutzt.
Im
Gegensatz zum Wachsauschmelzverfahren konnten so in einer Form
mehrere Güsse ausgeführt werden.
In der Spätbronzezeit findet man auch zweiteilige Gußformen
aus Bronze.
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Tiegel
/ Gußgefäß
Nachdem in der frühen Bronzezeit Tiegel aus eher schlechtem
Keramikmaterial bestanden haben, welche den hohen Temperaturen
nicht gut standhielten, wurden in Laufe der Bronzezeit andere
Tone verwendet.

Der hier verwendete Tiegel besteht aus einem Graphitton, der
natürlich vorkommt, und auch schon damals Verwendung fand.
Die Tiegelform hat sich im Laufe der Zeit von eher flachen Schalen,
über schiffchenförmige Tiegel, zu einer eher zylindrischen
Form entwickelt.
Gebläse
Über die Form bronzezeitlicher Gebläse ist sehr
wenig bekannt. Die einfachsten Blasebälge bestanden voraussichtlich
aus im "Schlauch" von der Ziege oder ähnlichen
Tieren abgezogen Häuten. Im hinteren Teil der Bälge
wurden als Ventil, das bei der Nutzung von Hand geöffnet
und geschlossen wird, dünne Brettchen eingearbeitet.


Arbeitsplatz bei einer bronzezeitlichen Gussvorführung
mit zwei Ziegen-Schlauchgebläsen und einer frühbronzezeitlichen
Knickdüse.
Vorführung zum Thema Bronzeguß / spätbronzezeitlich
bzw. keltische Technik
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